Rüdiger Sünner und sein Buch über Beuys – „Zeige deine Wunde“

suenner_beuys_zeigedeinewunde_72
„Zeige deine Wunde“, Europa Verlag Berlin, 17,99 Euro, 224 Seiten, ca. 30 Abbildungen

Der Journalist, Buchautor und Dokumentarfilmer Rüdiger Sünner, Jahrgang 1953, bekannt geworden u.a. durch seine Arbeit rund um die Wurzeln der Nazi-Ideologie, hat sich in seinem Buch „Zeige deine Wunde“ mit dem Jahrhundertkünstler, Bildhauer, Zeichner, Kunsttheoretiker, Aktionskünstler und Professor an der Kunstakademie Düsseldorf, Joseph Heinrich Beuys, befasst. Beuys gilt als einer der bedeutendsten Aktionskünstler des 20. Jahrhunderts.

Sünner berichtet in „Zeige deine Wunde“ u.a. von den Dreharbeiten zum gleichnamigen Film. „Ich konnte Beuys nie als Scharlatan oder Verrückten sehen“, schreibt Sünner, „sondern empfand ihn vielmehr als Hüter und Beschützer von etwas, das ich nicht so recht in Worte fassen konnte.“ Mit dem Ausnahmekünstler Beuys befasst sich der Autor nach eigenen Angaben seit seinem sechzehnten Lebensjahr, als ihn dessen Installation „Das Rudel“, ausgestellt in der Kölner Stadthalle, zu faszinieren begann.
„Joseph Beuys, zeitlebens umstritten, anstößig im besten Sinne, wollte berühren und berührbar sein. Die seelische und körperliche Verletzlichkeit des Menschen war sein Thema. Nicht zufällig trägt eine seiner bekanntesten Installationen den Titel »zeige deine Wunde«“, heißt es im Klappentext zum Buch.

„Tiere, Bäume – alles ist entrechtet. Die Bäume sind nicht wichtig, um dieses Leben auf der Erde aufrechtzuerhalten, nein, die Bäume sind wichtig, um die menschliche Seele zu retten. Das Einzige was sich lohnt aufzurichten, ist die menschliche Seele“

Beuys hegte tiefes Interesse für Mythologie, Schamanismus, Anthroposophie, Alchemie und Mystik. Sein berühmter Satz »Jeder Mensch ist ein Künstler« meinte wohl eher nicht, dass jeder wie Mozart komponieren kann, sondern dass in jedem von uns schöpferische Kräfte wohnen, die unseren eigentlichen Wesenskern ausmachen.
Sünner macht sich auf die Suche nach den Inspirationsquellen, die den Künstler beflügelt haben.
„Sünner gelingt es, die Komplexität der Denkfiguren gebührend zu umreißen, ohne sich im Detail zu verlieren. Möglich ist das mit Hilfe eines roten Fadens, mit dem er alle Beobachtungen verknüpft: dem Motiv des Heilens. Sünner stellt Beuys als Heiler vor, der ausgehend von seiner menschlichen Verletzlichkeit eine Kunst schafft, die die Versehrtheit einer ganzen Gesellschaft in den Blick nimmt. Es ist eine Rolle, auf die Beuys selbst immer wieder verwiesen hat und die sich auch in seinen Objekten manifestiert. Nicht wenige sind mit Mullbinden und Pflastern verarztet, Fieberthermometern ausgestattet oder roten Kreuzen bemalt“, fasst es eine Rezension zusammen.

Sünners Buch und Film über Joseph Beuys zeigen Hintergründe und Zusammenhänge auf, sie bauen Brücken zwischen der Kindheit des Künstlers und seinem Werk.

Sünner selbst studierte Musikwissenschaft, Germanistik und Philosophie an der Freien Universität Berlin, er ist Musiker und spielte in verschiedenen Rock-Bands und er studierte an der Deutschen Film- und Fernsehakademie. Mehr Informationen – auch zu anderen Werken des Autors – finden Sie unter www.ruedigersuenner.de.

Zur Lesung am Dienstag, dem 18. Oktober 2016, wieder wie gewohnt im Spiegelsaal des Neuen Rathauses, laden der Verein Leselust e.V. und die Stadtbücherei herzlich ein. Der Eintritt ist kostenlos, Verein und Stadtbücherei bitten zur Deckung der Kosten um Spenden. Bitte melden Sie sich unter 04823/921336 telefonisch zur Lesung an. /heike pohl

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s